Was ist Alzheimer?
Informationen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (www.dzne.de)
Alzheimer ist der Name der bekanntesten und häufigsten Demenzerkrankung. Es ist eine Krankheit, die meistens erst im Alter in Erscheinung tritt. Betroffene sind dann in der Regel älter als 60 Jahre. Dabei entsteht Alzheimer im Gehirn Jahrzehnte vorher. Patientinnen und Patienten erfahren in einer klinischen Phase zunehmende Störungen ihres Gedächtnisses.
Zu den typischen Symptomen zählen Gedächtnisverlust, Orientierungslosigkeit, Unruhezustände und Sprachstörungen. Man spricht dann auch von herausforderndem Verhalten, denn die Menschen um den Patienten bzw. die Patientin verstehen das Verhalten nicht. Diese Probleme sind bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie verstärken sich jedoch im Verlauf der Erkrankung. Außerdem kommen mit der Zeit weitere Beschwerden wie Aggression und Enthemmung hinzu. Patientinnen und Patienten haben daher zunehmend Schwierigkeiten, ihren Alltag zu meistern und sind zunehmend auf Unterstützung angewiesen.
Ablauf:
Die Erkrankung beginnt bereits lange Zeit, bevor die ersten Symptome einsetzen. Irgendwann machen sich erste Aussetzer aufgrund von Gedächtnislücken bemerkbar. Betroffene wirken fahrig und irgendwie schusselig. Sie werden vergesslich, verlegen Dinge, bringen ihre Sätze nicht zu Ende und können sich auch sonst schlecht konzentrieren. Zunächst gelingt Ihnen jedoch der Umgang mit diesen Einschränkungen und sie können lange Zeit ihren Alltag gut bewältigen.
Wirken sich diese zunächst leichten kognitiven Störungen im Alltag jedoch deutlich störend aus ─ und zwar über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten ─ sprechen Fachleute von einer Demenz. Diese Veränderungen können auch Kummer, Angst und Scham auslösen. Daher lässt sich die Alzheimer-Krankheit in diesem Stadium nicht immer klar von einer Depression unterscheiden. Doch im Unterschied zu Depressiven haben viele Alzheimer-Betroffene Sprachstörungen.
Das Sprachverständnis leidet mit der Zeit zunehmend. Fähigkeiten wie Autofahren, berufliche Fertigkeiten oder das Orientierungsvermögen gehen nach und nach verloren. Neben dem Kurzzeitgedächtnis ist nun auch zunehmend das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt. Manche der Betroffenen sind häufig nervös und rastlos, aber auch misstrauisch, gereizt und manchmal enthemmt oder aggressiv.
Des Weiteren tritt eine große motorische Unruhe zu den beschriebenen Auffälligkeiten hinzu. Viele Patientinnen und Patienten beginnen rastlos zu wandern – ohne Orientierung, ohne ein Gefühl für Zeit. Im Spätstadium der Erkrankung sind solche Wanderungen nicht mehr möglich. Betroffene werden mehr und mehr zu bettlägerigen Pflegebedürftigen. Sie können nur noch wenige Worte sprechen oder verstummen ganz. Kommunikation ist kaum noch möglich. Erfahrungsgemäß werden Musik und Gerüche eher wahrgenommen.
Ungeklärte Ursachen
Die Symptome der Alzheimer-Krankheit sind die Folge eines massiven Nervensterbens im Gehirn. Zunächst sind vor allem die Synapsen betroffen: Das sind die Verbindungsstellen, über die Informationen von einer Nervenzelle an die nächste weitergeleitet werden. Im weiteren Verlauf der Erkrankung sterben dann Nervenzellen selbst ab – über weite Bereiche im Gehirn hinweg.
Im Zusammenhang mit diesem Nervenzellsterben sehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auffällige Eiweißablagerungen im Gehirn der Betroffenen. Diese Eiweiße sind verklumpte Beta-Amyloid-Proteine, welche ein gesundes Gehirn eigentlich stärken sollten. Ihre Ablagerungen werden Plaques genannt und gelten als mitverantwortlich für den Tod der Nervenzellen. Sie führen zu einer entzündlichen Reaktion umgebender Immun- und Gliazellen, die auf unterschiedliche Weise die Krankheitsprozesse vorantreiben. Sogenannte Tau-Fibrillen bilden sich in den Nervenzellen, welche diese beeinträchtigen und zu ihrem Zelltod beitragen. Weshalb sich diese Eiweißmoleküle bei Alzheimer-Patientinnen und -Patienten verändern, ist nicht endgültig geklärt.
Die Alzheimer-Krankheit kann genetisch bedingt sein. Das ist jedoch äußerst selten und betrifft nur rund drei bis fünf Prozent aller Fälle. Bisher sind wenige Gene bekannt, die für diese Form verantwortlich sind. Sind sie verändert, bricht die Alzheimer-Krankheit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus – und zwar in der Regel sehr früh, zwischen dem 30. und 65. Lebensjahr.
Es wird viel nach sogenannten Biomarkern geforscht. Das sind messbare Veränderungen im Menschen, z. B. im Blut oder Nervenwasser, die als frühe Warnzeichen dafür dienen können, dass eine Person später an Alzheimer erkranken wird. Denn auch wenn es derzeit noch keine Heilung für die häufigste Form der Demenz gibt, ist doch bereits bekannt: Je früher eine Behandlung beginnt, umso erfolgreicher lässt sich das Fortschreiten des Krankheitsverlaufs verzögern.
DZNE (2024). Schleichend zum Vergessen, Internetseite: https://www.dzne.de/aktuelles/hintergrund/alzheimer/ (Letzter Zugriff, 29. März 2024).